Grußwort der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege

Grußwort der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Sorge“ hören? In der deutschen Sprache ist dieser Begriff mehrdeutig. Er umfasst zum einen quälende Gedanken und Angst: „Ich mache mir Sorgen.“ Die andere Seite der Sorge ist auf ein Du gerichtet: „Ich sorge für Dich!“ Sorge heißt in diesem Zusammenhang: Verantwortung übernehmen, sich kümmern, nicht wegsehen.

Sorge hat viele Gesichter. Sie reicht von der Vorsorge über die Seelsorge bis hin zur Palliative Care, der Sorge um schwerstkranke und sterbende Menschen. Immer hat diese das Anliegen, die Betroffenen und ihre Angehörigen mit all ihren Bedürfnissen gut zu „versorgen“: medizinisch, pflegerisch, psychologisch, sozial, spirituell. Für die Hospiz- und Palliativversorgung ist diese Grundhaltung der Sorge ein zentraler Bestandteil.

Eine wichtige Frage ist deshalb, wie es uns gelingen kann, die Gesellschaft und möglichst alle Bürgerinnen und Bürger in die Verantwortung zu nehmen, Teil einer solchen Sorgekultur zu werden. Denn die Sorge um Schwerstkranke und Sterbende geht uns alle an!

Gleichzeitig ist uns bewusst, wie anspruchsvoll und oft auch aufopferungsvoll eine qualitativ hochwertige Hospiz- und Palliativversorgung ist. Neben der Fürsorge für andere ist deshalb die Selbstsorge wichtig. Denn wie leicht wird die Sorge um den Schwerstkranken oder Sterbenden zum Mittelpunkt jeder Handlung. Es besteht dann für Haupt- und Ehrenamtliche sowie für die Angehörigen die Gefahr, dass sie kaum mehr Atempausen haben und sich selbst vergessen.

All diese Aspekte beleuchtet Ihr Fachtag – und noch vieles mehr. Ich danke den Organisatoren für das vielfältige Programm und wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern anregende Impulse und Gespräche.

Ihre
Melanie Huml MdL
Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege

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Charta

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

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