Plenarvortrag

Plenarvortrag


 

Horizonte der Sorge am Lebensende – Thesen zur Zukunft des Sterbens


Mitten im 21. Jahrhundert stehend sind die Herausforderungen für eine breit getragene gesellschaftliche Sorgekultur groß. Hochaltrigkeit, Demenz, Einsamkeit im Alter, immer mehr Single-Haushalte, Care-Migration, Abwanderung und die Ausdünnung der „sozialen Infrastruktur“ in ländlichen Regionen werfen vielfältige, drängende Fragen auf:

  • Was hilft Menschen in existentiellen Krisensituationen gegen die Einsamkeit?
  • Wie sehen kluge Verschränkungen von informeller und formeller Hilfe aus?
  • Welche Unterstützungspotenziale haben Technik und Digitalisierung?
  • Welche Auswirkungen hat die Vertriebswirtschaftlichung aller Lebensbereiche auf die Sorge am Lebensende?
  • Wie ist ein Sterben in vertrauter Umgebung möglich?
  • Wie lassen sich Familie, Beruf und Care besser vereinbaren?

An den Grenzsituationen des Lebens und angesichts von Verletzlichkeit, Angewiesenheit, Krankheit, Verlust, Sterben, Tod und Trauer wird eines deutlich: die fachlich kompetente Organisation von Hilfe ist wichtig, ABER nicht alles. Die Endlichkeit und Begrenztheit des Lebens ist letztlich kein „Versorgungsproblem“, das „gelöst“ werden könnte.
Unsere institutions- und professionsorientierte spätmoderne Gesellschaft stößt mit ihren „Sorge-Antworten“ an Grenzen, neue Formen der Sorgekulturen und -strukturen sind erst dabei sich in unterschiedlicher Weise zu entwickeln und eine angemessene „Politik der Sorge“ zeichnet sich noch nicht ab.
Im Vortrag werden die Kernfragen der Organisation von Sorge am Lebensende in einen größeren Zusammenhang der gesellschafts- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen gestellt. Entlang von pointierten Thesen sollen deren Bedeutung für die Praxis der Sorge und für die Frage nach den Bedingungen für ein gutes Leben bis zuletzt, und damit für die Zukunft des Sterbens, diskutiert werden.


Referent

Assoc. Prof. Mag. Dr. Klaus Wegleitner, Soziologe und Sorgeforscher, habilitiert in Public Health und End-of-Life Care, Assoziierter Professor an der Abteilung Public Care am Institut für Pastoraltheologie und -psychologie der Universität Graz, Vorstand des Vereins Sorgenetz

  • Soziologe und Sorgeforscher, venia docendi in Public Health & End-of-Life Care
  • Assoc. Prof. an der Universität Graz, Abteilung Public Care am Institut für Pastoraltheologie und –psychologie, sowie Mitglied der Age and Care Research Group
  • Habilitation im Oktober 2018 an der Universität Klagenfurt
  • von 2001 – 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ass.-Prof. am Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik/IFF Wien/Universität Klagenfurt
  • Vorstand des gemeinnützigen Vereins Sorgenetz
  • Internationale Forschungs- und Lehrtätigkeiten am Institute of Palliative Medicine and World Health Organisation Collaborating Center for Community Participation in Palliative Care and Long Term Care, Khozikode/Kerala, an der University of Bradford, der University of Ottawa, der Western Sydney University, sowie Lehraufträge an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) und an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft in St. Gallen.

Arbeitsschwerpunkte: Public Health Palliative Care, Caring Communities, Care Ethik, Care Politik, Soziologie des Alters und des Sterbens.

Referent*in/ Workshopleiter*in


Ass. Prof. Dr. Klaus Wegleitner
Ass. Prof. Dr. Klaus Wegleitner